TZE – Therapiezentrum für Eltern

AugenBlicke e.V. entwickelt aktuell ein TZE – Therapiehilfezentrum für Eltern.

In unseren Betreuungen haben wir es ausschließlich mit psychisch hoch belasteten, psychisch kranken und traumatisierten Familien zu tun. Zumeist reicht eine reine Jugendhilfemassnahme, wie Familienhilfe nicht aus, um die Eltern ausreichend zu befähigen, gut genug für ihre Kinder zu sorgen und Kindeswohlgefährdungen vorzubeugen oder zu verhindern. Zumindest ist eine nachhaltige Veränderung nur möglich, wenn ausreichend therapeutisches Wissen und die Umsetzung dessen vorhanden ist und in die Hilfen mit einfließt.

Meine Mitarbeiterinnen haben daher in den letzten Jahren viele unterschiedliche therapeutische Weiterbildungen (systemische Therapie, Ego State Therapie, Hypnotherapie, Heilpraktiker für Psychotherapie), sowie einjährige Fortbildungen zu Psychotraumatologie gemacht.

Fachleute sind sich einig, dass neben den Maßnahmen der Jugendhilfe eine begleitende Therapie für unsere betreuten Mütter und Väter oftmals notwendig ist, um nachhaltige Entwicklungen zu bewirken. Nur wenn Jugendhilfemassnahmen mit Therapeutischen Angeboten verknüpft werden, kann den negativen Folgen auf die Erziehungsfähigkeit bei Traumatisierungen und Bindungsstörungen entgegengewirkt und eine Trennung von Eltern und Kindern vermieden werden.

Häufig wird als Hilfeziel in den Jugendämtern formuliert, dass wir bei der Therapiesuche unterstützen sollen und in vielen Fällen wird den Müttern / Vätern gesagt, dass ihr Kind nur bei ihnen bleiben kann, wenn sie eine Therapie beginnen.

Wir wissen auch, wie schwierig es ist, einen Therapieplatz zu finden, vor allem einen, der für unsere Klient*innen geeignet ist. Weitere Schwierigkeiten sind, dass unsere Mütter / Väter keine Therapie machen möchten oder sie nach wenigen Terminen abbrechen.

Das TZE möchte eine Lücke schließen zwischen Jugendhilfe und Therapie. Unser neues niedrigschwelliges Angebot sind passgenaue therapeutische Unterstützungen (Beratungen und Therapien) für Mütter / Väter / Paare / Familien, die keinen passenden Therapieplatz finden und kein Geld haben, um eine Therapie selbst bezahlen zu können.

Wir bieten Therapieplätze für Familien, die Jugendhilfe bekommen oder die den Jugendämtern aus anderen Zusammenhängen bekannt sind. An uns wenden können sich die Familien selbst, die Jugendämter, andere Träger, Schulen, Beratungsstellen, Ärzte / Therapeut*nnen / Kliniken und so fort.

Der Zugang ist einfach, wir kennen uns mit den Lebensentwürfen und Problematiken der Familien aus, wir haben auch immer die Kinder mit im Fokus und können so vieles miteinander verknüpfen und weitere notwendige Maßnahmen mit auf den Weg bringen.

Wir haben ausreichend Räume, Materialien und ausgebildetes Personal, sowie Supervision.

Da diese Unterstützung für Eltern nicht von den Jugendämtern finanziert wird, sind wir auf der Suche nach Sponsoren und Spendern, die uns hierbei unterstützen möchten.

Bei Fragen und für weitere Informationen, wenden Sie sich gerne an Heidi Rosenfeld 0151 55104991.

Diagnostische Instrumente

Eine Vielzahl, der vom Träger betreuten Eltern waren als Kinder selbst familiären und individuellen Belastungen ausgesetzt und leiden heute im Erwachsenenalter an deren Auswirkungen. Jetzt selbst Eltern, möchten sie zumeist verhindern, dass sich diese Auswirkungen auf ihre Kinder übertragen. Nicht immer lässt sich das vermeiden und ihre Kinder stehen vor der Herausforderung, mit diesem transgenerationalen Erbe umzugehen. Daraus resultieren häufig schon im frühen Kindesalter eigene Belastungen, die sich auf ihre Entwicklung und ihr Bindungsverhalten niederschlagen.

Um Entwicklungsauffälligkeiten frühzeitig erfassen zu können, hat sich die Überprüfung von Grenzsteinen der Entwicklung (Michaelis Niemann, 2010) etabliert. Als Grenzsteine werden Fertigkeiten bezeichnet, die für eine ungestörte Entwicklung zu einem bestimmten Lebensalterszeitpunkt erworben sein sollten.

AugenBlicke e.V. kann nach Bedarf und Anfrage durch die zuständigen Jugendämter eine Entwicklungsdiagnostik – den ET 6-6-R 2 – durchführen. Bei Kindern von 6 Monaten – 6 Jahren wird in folgenden Bereichen getestet:

–       Körpermotorik

–       Handmotorik

–       Kognitive Entwicklung

–       Sprachentwicklung

–       Sozial-emotionale Entwicklung

–       Untertest Nachzeichnen

 

Des Weiteren bietet der Träger hamburgweit den Fremde Situations Test (FST) an. Ein in der Bindungsforschung eingesetzter Test, um die Qualität der Bindung eines Kindes zu seiner Mutter oder seinem Vater zu messen. Es werden sichere und unsichere Bindungsqualitäten auf Seiten des Kindes unterschieden.

Diese Messung der Bindungsqualität nach Mary Ainsworth wird bei Kindern durchgeführt, die etwa 12 bis 20 Monate alt sind. Der Test läuft in insgesamt 8 Phasen ab, in denen das Kind in kurzen Zeitintervallen in einer fremden Umgebung, mit einer fremden Person, sowie zwei Trennungen von der Mutter/Vater konfrontiert wird.

Die Auswertung der Fremden Situation erfolgt durch eine Einschätzung der beiden Reunionsphasen (Wiedervereinigungsszenen) auf vier 7-stufigen Skalen: Nähe suchen, Kontakt halten, Widerstand gegen Körperkontakt, Vermeidungsverhalten.

Beide Testungen können dazu beitragen, die sozialpädagogische Betreuung passgenauer zu gestalten, mögliche weiterführende Unterstützung zu etablieren und ev. langfristige Auffälligkeiten oder Schädigungen frühzeitiger zu erkennen.

Yagmur-Erinnerungspreis für „Zivilcourage im Kinderschutz“ 2017

Wir freuen uns sehr, sind gerührt und stolz, dass wir in diesem Jahr den Yagmur Erinnerungspreis erhalten haben.

Wir sagen DANKE Herrn Lezius und der Yagmur Stiftung, dass Sie sich bei der Preisverleihung 2017 für uns entschieden haben. Das unsere Arbeit mit den traumatisierten und psychisch kranken Müttern und Vätern gesehen und wertgeschätzt wird freut uns sehr. Für uns ist es etwas Besonderes, auf Menschen zu treffen, die eine ähnliche Haltung und ein ähnliches Menschenbild haben wie wir.

Siehe folgende Links/Berichte/Video:

Yagmur Gedächtnisstiftung Dez. 2017
HanseMerkur Versicherungsgruppe Dez. 2017
Hamburger Abendblatt Dez. 2017
SAT.1 Regional Feb. 2018